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Verordnung
über die Hilfe an Opfer von Straftaten

(Opferhilfeverordnung, OHV)

vom 18. November 1992 (Stand am 23. Dezember 1997)

Der Schweizerische Bundesrat,

gestützt auf das Bundesgesetz vom 4. Oktober 1991 über die Hilfe an Opfer von Straftaten (Opferhilfegesetz, OHG),

verordnet:

1. Abschnitt: Entschädigung und Genugtuung

Art. 1 Vorkehren des Opfers

Das Opfer muss glaubhaft machen, dass es keine oder nur ungenügende Leistungen von Dritten (Täter, Versicherungen usw.) erhalten kann.

Art. 21 Bestimmung der anrechenbaren Einnahmen

Die anrechenbaren Einnahmen (Art. 12 Abs. 1 OHG) werden nach Artikel 3c des Bundesgesetzes vom 19. März 19652 über die Ergänzungsleistungen zur Alters—, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG), nach den dazugehörigen Verordnungsbestimmungen des Bundes sowie nach den diesbezüglichen Sonderbestimmungen der Kantone berechnet.


1 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 26. Nov. 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1997 2824).
2 SR 831.30

Art. 31 Bemessung der Entschädigung

1. Sind die anrechenbaren Einnahmen des Opfers nicht höher als der massgebende Höchstbetrag für den allgemeinen Lebensbedarf nach Artikel 3b Absatz 1 Buchstabe a ELG2 (im folgenden ELG-Wert), so deckt die Entschädigung den ganzen Schaden.

2. Übersteigen die anrechenbaren Einnahmen des Opfers das Vierfache des ELG-Werts (im folgenden OHG-Höchstbetrag), so wird keine Entschädigung ausgerichtet.

3. Liegen die anrechenbaren Einnahmen des Opfers zwischen dem ELG-Wert und dem OHG-Höchstbetrag, so wird die Entschädigung wie folgt berechnet:

Entschädigung = Schaden –

(anrechenbare Einnahmen – ELG-Wert) x Schaden

 

(OHG-Höchstbetrag - ELG-Wert)


1 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 26. Nov. 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1997 2824).
2 SR 831.30

Art. 4 Höchst- und Mindestbetrag

1. Die Entschädigung beträgt höchstens 100 000 Franken.

2. Entschädigungen unter 500 Franken werden nicht ausgerichtet.

Art. 5 Rückerstattung des Vorschusses

1. Das Opfer muss den Vorschuss zurückerstatten, wenn sein Entschädigungsgesuch abgelehnt wird.

2. Ist die Entschädigung geringer als der Vorschuss, so muss es die Differenz zurückerstatten.

3. Der Kanton kann auf die Rückforderung verzichten, wenn diese das Opfer in eine schwierige Lage bringen würde.

Art. 6 Opfer von Straftaten im Ausland

1. Nach Artikel 11 Absätze 2 und 3 OHG berechtigte Personen haben Anspruch auf eine Entschädigung, wenn der vom ausländischen Staat in Geld oder Naturalien geleistete Schadenersatz nicht dem nach den Artikeln 12–14 OHG berechneten Betrag entspricht. Beim Vergleich ist vom Realwert auszugehen; allfällige Unterschiede in den Lebenshaltungskosten sind zu berücksichtigen.

2. Die Behörde kann dem Opfer eine Geldsumme als Genugtuung zusprechen, wenn die Voraussetzungen von Artikel 12 Absatz 2 OHG erfüllt sind und die Genugtuungsleistung des ausländischen Staates ungenügend ist.

3. Das Opfer muss glaubhaft machen, dass es weder von Dritten noch vom ausländischen Staat genügende Leistungen erhält.

4. Die Entschädigungs- und Genugtuungsleistungen des ausländischen Staates werden von den entsprechenden Leistungen nach dem Opferhilfegesetz und dieser Verordnung abgezogen.

5. Hat der Täter die Tat im Ausland ausgeführt und ist der Erfolg in der Schweiz eingetreten, so kann das Opfer nach Artikel 11 Absatz 1 OHG eine Entschädigung oder Genugtuung geltend machen.

2. Abschnitt: Finanzhilfen und Evaluation

Art. 7 Aufbauhilfe

1. Der Bund richtet den Kantonen die im Voranschlag festgelegten Finanzhilfen für den Aufbau der Opferhilfe während sechs Jahren jeweils am Jahresende aus.

2. Die Anteile der einzelnen Kantone werden wie folgt berechnet:

a. 50 Prozent des Bundesbeitrages werden nach der Finanzkraft der Kantone aufgrund folgender Formel verteilt:

Masszahl je Kanton = 2,71828 (Index der Finanzkraft × –0,0165) ×

mittlere

 

Wohnbevölkerung

b. 50 Prozent des Bundesbeitrages werden nach der mittleren Wohnbevölkerung der Kantone verteilt.

3. Als Berechnungsgrundlagen massgebend sind:

a. der nach Artikel 2 des Bundesgesetzes vom 19. Juni 19591 über den Finanzausgleich unter den Kantonen ermittelte Index der Finanzkraft des Jahres, auf das sich die Verteilung bezieht;

b. die Zahl der letzten Erhebung über die mittlere Wohnbevölkerung.

4. Eine Tabelle der Kantonsanteile findet sich im Anhang.


1 SR 613.1

Art. 8 Ausbildungshilfe

1. Der Bund unterstützt gesamtschweizerische oder für eine ganze Sprachregion bestimmte Ausbildungsprogramme für das Personal der Beratungsstellen, für Angehörige von Gerichten und der Polizei sowie für weitere mit der Hilfe an Opfer Betraute mit Finanzhilfen. Er unterstützt insbesondere die Organisation von Kursen, Seminarien und Ausbildungspraktika sowie die Bereitstellung der erforderlichen Ausbildungsunterlagen.

2. Die Finanzhilfen betragen im Rahmen der bewilligten Kredite höchstens zwei Drittel der Kosten des Ausbildungsprogramms. Sie können in Form von Pauschalen gewährt werden.1

3. Finanzhilfen, die nicht für Kantone bestimmt sind, können an die Bedingung geknüpft werden, dass die betroffenen Kantone entsprechend ihrer Finanzkraft und ihrer Bevölkerungszahl ebenfalls eine Finanzhilfe ausrichten.


1 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 26. Nov. 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1997 2824).

Art. 9 Zusätzliche Finanzhilfen

Erwachsen einem oder mehreren Kantonen infolge ausserordentlicher Ereignisse wie Katastrophen oder terroristische Anschläge mit einer grossen Zahl von Opfern besonders hohe Kosten, so kann der Bund zusätzliche Finanzhilfen gewähren.

Art. 10 Zuständigkeit

1. Das Bundesamt für Justiz entscheidet über Finanzhilfen nach den Artikeln 7 und 8. Vor einem Entscheid über Finanzhilfen an frauenspezifische Einrichtungen und Projekte konsultiert es das Büro für Gleichstellung von Frau und Mann.

2. Die Bundesversammlung entscheidet über zusätzliche Finanzhilfen nach Artikel 9.

Art. 11 Berichterstattung und Evaluation

1. Während der Dauer der Aufbauhilfe erstatten die Kantone dem Bundesamt für Justiz zuhanden des Bundesrates alle zwei Jahre Bericht über die Verwendung der Aufbauhilfe.

2. Der Bericht enthält insbesondere Angaben über:

a. die Zahl und den Aufbau der Beratungsstellen;

b. die Zahl der Personen, welche die Beratungsstellen in Anspruch genommen haben;

c. die Art der Straftaten, deren Opfer diese Personen waren;

d. Umfang und Dauer der von den Beratungsstellen geleisteten Hilfe;

e. die Rechnung der Beratungsstellen und den Umfang der kantonalen Leistungen;

f. die Zahl der gestellten und der gutgeheissenen Entschädigungs- und Genugtuungsbegehren;

g. die Auswirkungen der Hilfe auf die Lage der Opfer.

3. Das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement kann Weisungen über den Inhalt des Berichts erlassen.

4. Das Bundesamt für Justiz evaluiert auf der Grundlage dieser Berichte die Wirksamkeit der Opferhilfe.

3. Abschnitt: Schlussbestimmungen

Art. 12 Übergangsbestimmungen

1. Ab Inkrafttreten des Opferhilfegesetzes können alle Opfer von Straftaten unabhängig vom Zeitpunkt der Begehung der Straftat die Hilfe der Beratungsstellen in Anspruch nehmen.

2. Die Bestimmungen über den Schutz und die Rechte des Opfers im Strafverfahren (Art. 5–10 OHG) gelten für alle Verfahrenshandlungen nach Inkrafttreten des Opferhilfegesetzes.

3. Die Bestimmungen über die Entschädigung und die Genugtuung (Art. 11–17 OHG) gelten für Straftaten, die nach Inkrafttreten des Opferhilfegesetzes begangen wurden.

4. Entschädigungsgesuche, die im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung vom 20. Juni 19971 des OHG hängig sind, werden nach altem Recht beurteilt.2


1 AS 1997 2959. Diese Änd. trat am 1. Jan. 1998 in Kraft.
2 Eingefügt durch Ziff. I der V vom 26. Nov. 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1997 2824).

Art. 13 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am 1. Januar 1993 in Kraft.


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Ordonnance
sur l’aide aux victimes d’infractions

(OAVI)

du 18 novembre 1992 (Etat le 23 décembre 1997)

Le Conseil fédéral suisse,

vu la loi fédérale du 4 octobre 1991 sur l’aide aux victimes d’infractions (LAVI),

arrête:

Section 1: Indemnisation et réparation morale

Art. 1 Démarches de la victime

La victime doit rendre vraisemblable qu’elle ne peut rien recevoir de tiers (auteur de l’infraction, assurances, etc.) ou qu’elle n’en peut recevoir que des montants insuffisants.

Art. 21 Calcul des revenus déterminants

Les revenus déterminants (art. 12, 1er al., LAVI) sont calculés selon l’article 3c de la loi fédérale du 19 mars 19652 sur les prestations complémentaires (LPC), selon les dispositions réglementaires fédérales y relatives, ainsi que selon les dispositions cantonales spéciales qui s’y rapportent.


1 Nouvelle teneur selon le ch. I de l’O du 26 nov. 1997, en vigueur depuis le 1er janv. 1998 (RO 1997 2824).
2 RS 831.30

Art. 31 Calcul du montant de l’indemnité

1 . Si les revenus déterminants de la victime ne dépassent pas le montant maximum destiné à la couverture des besoins vitaux fixé par l’article 3b, 1er alinéa, lettre a, LPC2 (ci-après: montant LPC), l’indemnité couvrira intégralement le dommage.

2. Si les revenus déterminants de la victime dépassent le quadruple du montant LPC (ci-après: plafond LAVI), aucune indemnité ne sera versée.

3 Si les revenus déterminants de la victime sont compris entre le montant LPC et le plafond LAVI, le montant de l’indemnité se calculera selon la formule suivante:

indemnité = dommage –

(revenus déterminants – montant LPC) x dommage

(plafond LAVI – montant LPC)


1 Nouvelle teneur selon le ch. I de l’O du 26 nov. 1997, en vigueur depuis le 1er janv. 1998 (RO 1997 2824).
2 RS 831.30

Art. 4 Montants maximum et minimum

1. Le montant maximum de l’indemnité s’élève à 100 000 francs.

2. Aucune indemnité d’un montant inférieur à 500 francs n’est versée.

Art. 5 Remboursement de provision

1. La victime doit rembourser les sommes reçues à titre de provision lorsque sa demande d’indemnisation est rejetée.

2. Lorsque le montant de l’indemnité est inférieur à celui de la provision, elle doit rembourser la différence.

3. Le canton peut renoncer à réclamer le remboursement lorsque celui-ci exposerait la victime à la gêne.

Art. 6 Victimes d’infractions à l’étranger

1. Les ayants droit selon l’article 11, 2e et 3e alinéas, LAVI, peuvent prétendre une indemnité lorsque le montant des prestations en espèces ou en nature reçues d’un Etat étranger à titre de réparation du dommage matériel n’équivaut pas, en termes réels et compte tenu, le cas échéant, des différences dans le coût de la vie, au montant de l’indemnité calculé selon les articles 12 à 14 LAVI.

2. L’autorité peut allouer à la victime une somme à titre de réparation morale lorsque les conditions de l’article 12, 2e alinéa, LAVI sont réunies et qu’elle estime que les prestations reçues à ce titre d’un Etat étranger ne sont pas suffisantes.

3. La victime doit rendre vraisemblable qu’elle ne peut recevoir des prestations suffisantes ni de tiers, ni de l’Etat étranger.

4. Le montant des prestations reçues de l’Etat étranger à titre d’indemnité ou de réparation morale est déduit du montant des prestations de même type accordées en vertu de la LAVI et de la présente ordonnance.

5. Lorsque l’auteur de l’infraction a agi à l’étranger et que le résultat de celle-ci s’est produit en Suisse, la victime peut demander une indemnisation ou une réparation morale selon l’article 11, 1er alinéa, LAVI.

Section 2: Aides financières et évaluation

Art. 7 Aide initiale

1. La Confédération verse à la fin de chaque année aux cantons, pendant une durée de six ans, la somme inscrite au budget pour la mise en place du système d’aide aux victimes.

2. Les quotes-parts des cantons sont calculées comme il suit:

a. 50 pour cent de la subvention fédérale sont répartis selon la capacité financière des cantons sur la base de la formule suivante:

Coefficient par canton =

2,71828 (indice de capacité fin. x –0,0165 x population résidante moyenne

b. 50 pour cent de la subvention fédérale sont répartis selon la population résidante moyenne des cantons.

3. Les bases de calcul déterminantes sont:

a. l’indice de capacité financière de l’année sur laquelle porte la répartition, calculé selon l’article 2 de la loi fédérale du 19 juin 19591 concernant la péréquation financière entre les cantons;

b. le chiffre fourni par le dernier relevé de la population résidante moyenne.

4. Un tableau des quotes-parts des cantons figure en annexe.


1 RS 613.1

Art. 8 Aide à la formation

1. La Confédération contribue par des aides financières à l’exécution de programmes de formation conçus pour l’ensemble de la Suisse ou pour l’ensemble d’une région linguistique et destinés au personnel des centres de consultation, aux juges, aux fonctionnaires de police et aux autres personnes chargées de l’aide aux victimes. Elle soutient en particulier l’organisation de cours, de séminaires ou de stages de formation ainsi que la mise à disposition du matériel didactique nécessaire.

2. Les aides financières se montent, dans les limites des crédits ouverts, au maximum aux deux tiers des dépenses occasionnées par le programme de formation concerné. Elles peuvent être allouées sous la forme de montants forfaitaires.1

3. Lorsque les bénéficiaires ne sont pas des cantons, l’aide financière peut être subordonnée à la condition que les cantons intéressés participent également, en proportion de leur capacité financière et de leur population, au financement du programme de formation concerné.


1 Nouvelle teneur selon le ch. I de l’O du 26 nov. 1997, en vigueur depuis le 1er janv. 1998 (RO 1997 2824).

Art. 9 Aides supplémentaires

En cas d’événements extraordinaires entraînant des frais particulièrement élevés pour un ou plusieurs cantons, par exemple lorsqu’une catastrophe ou un acte de terrorisme font un grand nombre de victimes, la Confédération peut verser à ceux-ci des aides supplémentaires.

Art. 10 Compétence

1. L’Office fédéral de la justice est compétent pour accorder les aides financières selon les articles 7 et 8. Lorsqu’il s’agit d’aides financières en faveur d’institutions ou de projets concernant spécifiquement les femmes, il consulte au préalable le Bureau de l’égalité entre femmes et hommes.

2. L’Assemblée fédérale est compétente pour accorder les aides supplémentaires selon l’article 9.

Art. 11 Rapports et évaluation

1. Pendant la durée de l’aide financière initiale, les cantons adressent tous les deux ans à l’Office fédéral de la justice, à l’intention du Conseil fédéral, un rapport sur l’utilisation de cette aide.

2. Ce rapport renseigne notamment sur les points suivants:

a. le nombre et la structure des centres de consultation;

b. le nombre de personnes qui se sont adressées aux centres de consultation;

c. le genre des infractions dont ces personnes ont été victimes;

d. la nature et la durée des prestations fournies par les centres de consultation;

e. les comptes des centres de consultation et le montant des prestations cantonales;

f. le nombre des demandes d’indemnisation et de réparation morale présentées et le nombre de celles qui ont été admises;

g. les effets de l’aide sur la situation des victimes.

3. Le Département fédéral de justice et police peut édicter des directives relatives au contenu du rapport.

4. L’Office fédéral de la justice évalue l’efficacité de l’aide apportée aux victimes d’infractions sur la base de ces rapports.

Section 3: Dispositions finales

Art. 12 Dispositions transitoires

1. Toutes les victimes d’infractions, quelle que soit la date à laquelle l’infraction a été commise, peuvent solliciter l’aide des centres de consultation dès l’entrée en vigueur de la LAVI.

2. Les dispositions relatives à la protection et aux droits de la victime dans la procédure pénale (art. 5 à 10 LAVI) sont applicables à tous les actes de procédure accomplis après l’entrée en vigueur de la LAVI.

3. Les dispositions relatives à l’indemnisation et à la réparation morale (art. 11 à 17 LAVI) sont applicables aux infractions commises après l’entrée en vigueur de la LAVI.

4. Les demandes d’indemnisation pendantes au moment de l’entrée en vigueur de la modification du 20 juin 19971 de la LAVI sont régies par l’ancien droit.2


1 RO 1997 2959. Cette modification est entrée en vigueur le 1er janv. 1998.
2 Introduit par le ch. I de l’O du 26 nov. 1997, en vigueur depuis le 1er janv. 1998 (RO 1997 2824).

Art. 13 Entrée en vigueur

La présente ordonnance entre en vigueur le 1er janvier 1993.


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Ordinanza
concernente l’aiuto alle vittime di reati

(OAVI)

del 18 novembre 1992 (Stato il 23  dicembre 1997)

Il Consiglio federale svizzero,

vista la legge federale del 4 ottobre 1991 concernente l’aiuto alle vittime di reati (LAV),

ordina:

Sezione 1: Indennizzo e riparazione morale

Art. 1 Modo di procedere da parte della vittima

La vittima deve rendere attendibile di non poter ottenere nulla o soltanto prestazioni insufficienti da terzi (autore del reato, assicurazioni ecc.).

Art. 21 Calcolo dei redditi determinanti

I redditi determinanti (art. 12 cpv. 1 LAV) sono calcolati giusta l’articolo 3c della legge federale del 19 marzo 19652 sulle prestazioni complementari all’assicurazione per la vecchiaia, i superstiti e l’invalidità (LPC), giusta le pertinenti disposizioni federali emanate a livello d’ordinanza nonché giusta le rispettive disposizioni speciali dei Cantoni.


1 Nuovo testo giusta il n. I dell’O del 26 nov. 1997, in vigore dal 1° gen. 1998 (RU 1997 2824).
2 RS 831.30

Art. 31 Calcolo dell’indennizzo

1. Se i redditi determinanti della vittima non superano l’importo massimo determinante per la copertura del fabbisogno vitale fissato dall’articolo 3b capoverso 1 lettera a LPC2 (in seguito: importo LPC), l’indennizzo copre integralmente il danno.

2. Se i redditi determinanti della vittima superano il quadruplo dell’importo LPC (in seguito: limite massimo LAV), non è versato nessun indennizzo.

3. Se i redditi determinanti della vittima sono compresi tra l’importo LPC e il limite massimo LAV, l’indennizzo è calcolato come segue:

indennizzo=danno –

(redditi determinanti – importo LPC)×danno

 

(limite massimo LAV – importo LPC)


1 Nuovo testo giusta il n. I dell’O del 26 nov. 1997, in vigore dal 1° gen. 1998 (RU 1997 2824).
2 RS 831.30

Art. 4 Importi massimi e minimi

1. L’indennizzo ammonta al massimo a 100 000 franchi.

2. Non sono versati indennizzi inferiori a 500 franchi.

Art. 5 Rimborso dell’acconto

1. La vittima deve rimborsare l’acconto se la domanda d’indennizzo è respinta.

2. Se l’indennizzo è inferiore all’anticipo, essa deve rimborsare la differenza.

3. Il Cantone può rinunciare al rimborso se questo esponesse la vittima a una situazione difficile.

Art. 6 Vittima di reati all’estero

1. Le persone aventi diritto giusta l’articolo 11 capoversi 2 e 3 LAV possono esigere un indennizzo se il risarcimento del danno accordato da uno Stato estero, in denaro o in natura, non corrisponde all’ammontare calcolato giusta gli articoli 12 a 14 LAV. Il confronto va fatto in base al valore reale; devono essere prese in considerazione eventuali differenze del costo della vita.

2. L’autorità può accordare alla vittima una somma a titolo di riparazione morale se sono soddisfatte le condizioni di cui nell’articolo 12 capoverso 2 LAV e se la prestazione di riparazione morale da parte dello Stato estero è insufficiente.

3. La vittima deve rendere attendibile di non poter ricevere prestazioni sufficienti né da terzi né dallo Stato estero.

4. Le prestazioni ricevute a titolo d’indennizzo e di riparazione morale da parte dello Stato estero sono dedotte dalle prestazioni corrispondenti giusta la LAV e la presente ordinanza.

5. Se l’autore del reato ha commesso il reato all’estero e l’evento si verifica in Svizzera, la vittima può chiedere un indennizzo o una riparazione morale giusta l’articolo 11 capoverso 1 LAV.

Art. 7 Aiuto iniziale

1. La Confederazione versa, alla fine di ogni anno, ai Cantoni, durante un periodo di sei anni, gli aiuti finanziari fissati nel preventivo per l’attuazione del sistema d’aiuto alle vittime.

2. Le aliquote dei singoli Cantoni sono calcolate come segue:

a. il 50 per cento del sussidio federale è ripartito in funzione della capacità finanziaria del Ca ntoni in base alla seguente formula:

coefficiente per Cantone = 2,71828 (indice della cap. fin. × – 0,0165 × popo-laz. res. media)

b. il 50 per cento del sussidio federale è ripartito in funzione della popolazione residente media dei Cantoni.

3.Come base di calcolo sono determinanti:

a. l’indice della capacità finanziaria dell’anno cui si riferisce la ripartizione, determinato giusta l’articolo 2 della legge federale del 19 giugno 19591 concernente la perequazione finanziaria tra i Cantoni,

b. la cifra dell’ultimo censimento sulla popolazione residente media.

4. Una tavola delle aliquote cantonali figura in allegato.


1 RS 613.1

Art. 8 Aiuto alla formazione

1. La Confederazione promuove con aiuti finanziari, a livello svizzero o per una intera regione linguistica, determinati programmi di formazione per il personale dei consultori, per funzionari di tribunali e della polizia nonché per altre persone incaricate dell’aiuto alle vittime. In particolare sostiene l’organizzazione di corsi, seminari e pratiche di formazione nonché l’approntamento del materiale didattico necessario.

2. Gli aiuti finanziari ammontano al massimo a due terzi dei costi del programma di formazione, nei limiti dei crediti stanziati. È possibile assegnarli sotto forma di importi forfettari.1

3. Gli aiuti finanziari non destinati ai Cantoni possono essere subordinati alla condizione che i Cantoni interessati paghino anch’essi un aiuto finanziario corrispondente alla loro capacità finanziaria e alla loro popolazione.


1 Nuovo testo giusta il n. I dell’O del 26 nov. 1997, in vigore dal 1° gen. 1998 (RU 1997 2824).

Art. 9 Aiuti suppletivi

Se a uno o più Cantoni derivano costi particolarmente elevati a causa di eventi straordinari, quali catastrofi o attentati terroristici con un gran numero di vittime, la Confederazione può accordare aiuti finanziari suppletivi.

Art. 10 Competenza

1. L’Ufficio federale di giustizia decide in merito agli aiuti finanziari giusta gli articoli 7 e 8. Nelle decisioni su aiuti finanziari a istituzioni e progetti femminili è consultato previamente l’Ufficio per l’uguaglianza fra donna e uomo.

2. L’Assemblea federale decide in merito agli aiuti finanziari suppletivi giusta l’articolo 9.

Art. 11 Allestimento del rapporto e valutazione

1. Per il periodo di durata dell’aiuto iniziale, ogni biennio i Cantoni rendono conto all’Ufficio federale di giustizia, all’attenzione del Consiglio federale, dell’utilizzazione dell’aiuto iniziale.

2. Il rapporto contiene in particolare informazioni in merito a:

a. numero e struttura dei consultori;

b. numero delle persone che sono ricorse ai consultori;

c. genere del reato di cui sono state vittime dette persone;

d. portata e durata dell’aiuto prestato dai consultori;

e. conti dei consultori e portata delle prestazioni cantonali;

f. numero delle richieste d’indennizzo e di riparazione morale presentate e di quelle accolte;

g. effetti dell’aiuto sulla situazione delle vittime.

3. Il Dipartimento federale di giustizia e polizia può emanare istruzioni sul contenuto del rapporto.

4. L’Ufficio federale di giustizia valuta l’efficacia dell’aiuto alle vittime in base a questo rapporto.

Art. 12 Disposizioni transitorie

1. A contare dall’entrata in vigore della legge federale concernente l’aiuto alle vittime di reati, tutte le vittime di reati possono ricorrere all’aiuto dei consultori, indipendentemente dal momento della perpetrazione del reato.

2. Le disposizioni concernenti la protezione e i diritti della vittima nel procedimento penale (art. 5 a 10 LAV) si applicano a tutti gli atti processuali avviati dopo l’entrata in vigore della legge federale concernente l’aiuto alle vittime di reati.

3. Le disposizioni concernenti l’indennizzo e la riparazione morale (art. 11 a 17 LAV) si applicano ai reati perpetrati dopo l’entrata in vigore della legge federale concernente l’aiuto alle vittime di reati.

4. Le domande d’indennizzo pendenti al momento dell’entrata in vigore della modifica della LAV del 20 giugno 19971 sono giudicate in base al diritto previgente.2


1 RU 1997 2959. Questa modificazione è entrata in vigore il 1° gen. 1998.
2 Introdotto dal n. I dell’O del 26 nov. 1997, in vigore dal 1° gen. 1998 (RU 1997 2824).

Art. 13 Entrata in vigore

La presente ordinanza entra in vigore il 1° gennaio 1993.